Freakonomics von Steven D. Levitt

Freakonomics: A Rogue Economist Explores the Hidden Side of Everything

Lange kein so faszinierendes Buch mehr gelesen. Steven Levitt ist ein etwas verrückter Wirtschaftswissenschaftler, der zunächst einmal viel Kreativität an den Tag legt, um interessante Themen zu identifizieren, an denen er forscht. Daraus ergeben sich dann Fragen wie “Gibt es einen Zusammenhang zwischen Abtreibungsraten und Kriminalität?” oder “Warum schummeln Lehrer bei der Abgabe von Prüfungsergebnissen?”.

Im zweiten Schritt sucht er dann Daten, anhand derer er beweisen kann, dass Lehrer tatsächlich schummeln und Abtreibung sich erheblich positiv auf Kriminalitätsraten auswirkt. Und vieles andere mehr. Besonders beeindruckt hat mich Levitts kreative Denkweise und die überzeugenden und datengestützten Beweise für seine Ideen.

Nicht zuletzt hat mich das Buch auch sehr inspiriert, viel mehr noch als zuvor, die Augen offen zu halten, nach dem Geld, das in Form von öffentlich
verfügbaren Daten auf der Straße liegt und nur darauf wartet, von guten Unternehmern aufgesammelt – also nutzbar gemacht – zu werden.

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Hier noch ein Video von Steven Levitt zum Thema: Why do crack dealers still live with their moms? :-)

Business Model Generation von Alexander Osterwalder & Yves Pigneur

Eigentlich lese ich mittlerweile ja fast ausschließlich eBooks, aber dieses Buch ist einfach fürs Papier gemacht. Ich würde meinen, es ist das erste Wirtschafts-Coffee-Table-Buch der Welt. Wunderschön gestaltet, mit vielen Illustrationen und einen tollen Layout, macht es einen Riesenspaß, darin zu schmökern – auch Laien.

Doch auch inhaltlich ist das Buch sehr überzeugend. Basis ist die sogenannte Business Model Leinwand (Canvas), die ein Business Model in 9 Basiskomponenten zerlegt (Customer Segments, Value Proposition, Customer Relations, Channels, Revenue Streams, Key Activities, Key Resources, Key Partnerships, Cost Structure) und diese Komponenten auch graphisch gut zueinander positioniert. Dadurch lässt sich ein Business Model sehr schön schrittweise entwickeln und überarbeiten, gerade auch in Teams.

Das ganze Buch dreht sich um diese Business Model Leinwand. Zunächst werde typische, generische Muster für Business Modelle, wie z.B. das Freemium Modell, erläutert und auf der Business Model Leinwand dargestellt. Der Leser bekommt so ein gutes Basisverständnis für verschiedene Arten von Business Modellen, wobei der Fokus im Buch auf den neueren, meist internetbasierten Business Modellen liegt, bei denen sich Laien häufig nicht auf den ersten Blick erschließt, wie ein Unternehmen Geld verdient.

Anschließend wird aufgezeigt, wie man neue Geschäftsmodelle designen kann, angefangen von Customer Insights, Kreativitätstechniken, Prototyping bis zur Szenariotechnik. Auch wenn die meisten Techniken bekannt sind, sofern man sich generell für Entrepreneurship interessiert, sind sie a) sehr übersichtlich und dabei kurz und knapp dargestellt und b) sehr schön mit der Business Model Canvas integriert.

Im Bereich „Strategy“ erfährt der Leser viel über die Bewertung und Weiterentwicklung/Fine Tuning von Business Modellen. Das ist nicht nur für (potentielle) Gründer relevant, sondern vor allem auch für Investoren. Auch hier werden bekannte Modelle, wie z.B. die SWOT-Analyse oder die Blue Ocean Stratgie in Bezug auf die Business Model Leinwand gesetzt. Ich war überrascht, wie gut die Business-Modell-Leinwand für die Darstellung geeignet ist. Allerdings ist dies auch kein echtes Wunder, denn neben den Autoren haben über 450 Praktiker und Business-Modell-Enthusiasten an diesem Buch mitgewirkt, inhaltlich wie finanziell. Durch diesen offenen Schaffungsprozess des Buches ist der Fokus extrem praxisorientiert, was der Anwendung und der Alltagstauglichkeit sehr zugute kommt.

Neben all der Technik vertreten die Autoren vor allem eine konsequente Design-Sicht. Das Buch geht also weniger darum, wie man das beste Business Model auswählt (Ökonomen-Sicht), sondern wie man das beste Business Modell findet (Design-Sicht). Da sich gerade für Wirtschaftsleute die Designwelt nicht so leicht erschließt, ist dieses Buch eine schöne Brücke – und allemal eine Freude zu lesen.

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Outliers von Malcolm Gladwell

Malcolm Gladwell hat mit Outliers ein Buch geschrieben, das mich wie schon
lange kein anderes, begeistert hat. Es ist ein Buch für Optimisten und
gegen Fatalisten.
Anhand vieler eindrucksvoller Beispiele zeigt er, warum ganz
unterschiedliche Menschen auf ganz unterschiedliche Art und Weise
erfolgreich waren und doch vieles gemein hatten: Nicht etwa die richtigen
Gene, der höchste IQ oder die beste familiäre Abstammung. Manches davon
ist oft gar hinderlich. Was alle erfolgreichen Menschen in dem Buch gemein
haben: Sie waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort und haben dann mit
Fleiß und Ehrgeiz ihre Ziele erreicht. Besonders bemerkenswert dabei: Die
10.000 Stunden Regel. Auf ganz verschiedenen Gebieten lässt sich
beobachten, dass die Besten ihres Faches mindestens 10.000 Stunden Übung
gebraucht haben, um ihre außergewöhnlichen Leistungen zu erreichen. Und
das gilt sowohl für Künstler als auch für Sportler, Wissenschaftler und
Unternehmer.
Eine etwas provokante aber doch auch nicht unplausible und sehr
interessante historische These bringt er außerdem noch mit. Gladwell
beschreibt die unterschiedlichen Auswirkungen der asiatischen
Reisbauernkultur und des europäischen Getreidebaus auf die jeweiligen
Denkweisen der Menschen: Reis muss ständig gepflegt, gedüngt, optimal
bewässert werden, um überhaupt zu gelingen. Getreide dagegen wird nur
einmal angebaut und die Ernte hängt dann im Wesentlichen vom Wetter ab.
Heute noch lässt sich in Sprichwörtern ablesen, wie sich dieser
Unterschied auf die Kulturen ausgewirkt hat: “Niemand, der es schafft, 360
Tage im Jahr vor Sonnenaufgang aufzustehen, wird scheitern, seine Familie
reich zu machen,” sagen die Chinesen. In Europa hingegen geht es dagegen
viel fatalistischer zu, à la “wenn Gott will, gibt es eine gute Ernte,
sonst eben nicht.”
Was dazu führt, dass der durchschnittliche chinesische Reisbauer 3000
Stunden im Jahr gearbeitet hat, der europäische Getreidebauer nur 1000
Stunden. Nicht unplausibel, dass sich dadurch auch heute noch ein größerer
Individualismus und Fleiß auf der asiatischen Seite widerspiegelt.
Auf jeden Fall ein äußerst empfehlenswertes Buch!

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Hier noch ein gutes Video zum Thema:

Good to Great – Der Weg zu den Besten von Jim Collins

Jim Collins hat in Stanford Mathematik studiert und war dort von 1988-1995 Professor für Entrepreneurship. 1995 gründete er dann in Boulder ein Management Zentrum.

Das Buch „Good to Great“ zählt für mich zu den besten Management-Büchern die ich je gelesen habe. Anders als so viele „Management- Gurus“, die mal wieder eine neue bahnbrechende Methode vermarkten wollen, hat Jim Collins, wie auch schon in seinem vorherigen Buch „Built to Last“, eine umfassende wissenschaftliche Studie durchgeführt. Es wurde nicht nach Beispielen gesucht die eine ausgedachte Management-These untermauern sollten sondern es wurde ohne Vorurteile empirisch nach den Erfolgsfaktoren geforscht.

Das Buch verkaufte sich als Hardcover alleine über 3 millionen Mal und wurde in über 35 Sprachen übersetzt. Und das nicht ohne Grund, es ist wirklich genial. Ich frage mich, wieso ich das Buch nicht schon früher in den Händen hatte? Wahrscheinlich liegt das an seiner beknackten deutschen Übersetzung: „Der Weg zu den Besten: Die sieben Management-Prinzipien für dauerhaften Unternehmenserfolg“

Für die Analyse konzentrierte sich Collins auf 1.435 amerikanische Unternehmen welche 1965-1995 in der Fortune 500-Liste auftauchten. Die Ergebnisse sind aber nicht nur für Unternehmer in den USA interessant. Es machte die Studie nur einfacher, weil die Daten und Informationen für börsennotierte Firmen umfangreich und einfach zugänglich waren und deshalb auch gut vergleichbar waren. Trotzdem mussten 20 Mitarbeiter immer noch über 15.000 Stunden Zeit investieren.

Er suchte dann nach den Firmen, welche 15 Jahre lange eine durchschnittliche oder sogar unterdurchschnittliche Performance hatten und plötzlich zu einem „Take-Off“-Unternehmen wurden. Diese mussten dann anschließend wiederum für 15 Jahre den Aktienindex und ihren Wettbewerber aus den gleichen Branchen um mindestens den Faktor 3 abhängen. Dann betrachtete er die Take-Off-Zeitpunkt und die Phase der anhaltenden Spitzenleistung.

Er fand genau 11 Unternehmen, welche den obigen Kriterien entsprachen. Das wirklich spannende ist, das diese 11 Unternehmen alle 7 speziellen Management-Prinzipien anwendeten, was die Wettbewerber nicht taten.

Auf die 7 Management-Prinzipien und die Fallbeispiele möchte ich hier nicht eingehen. Entweder bei den Amazon-Reviews ein bisschen schummeln oder für den vollen Lesegenuss mit 11,90€ einen Pflichtkauf tätigen! Nur vielleicht so viel, interessant ist, dass alle Manager der elf „Take-Off“-Unternehmen das Gegenbild des von der Presse so gefeierten extrovertierten „Macher“ Images waren. Sie wurden vielmehr für ihre konsequente Sturheit und politisch unpopulären Entscheidungen von der Presse vor dem Take-Off kritisiert.

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McMafia: A Journey Through the Global Criminal Underworld von Misha Glenny

Organisiertes Verbrechen gibt es überall und sein Einfluss auf Gesellschaft und Politik ist groß. Das weiß man – aber wie groß genau? Das kann das Buch auch nicht sagen. Sehr interessant ist es dennoch. Was das Buch gut kann, ist die Zusammenstellung einer eindrucksvollen Sammlung von Anekdoten und aus Interviews gesammelten Fakten. Darin besteht wohl die größte Leistung des Autoren, das Vertrauen vieler Akteure des
kriminellen Geschehens gewonnen und so oft einen ziemlich authentische Informationen bekommen zu haben.

Er beschreibt auch sehr schlüssig die Ursachen für das Erstarken von kriminellen Systemen (nicht funktionierende/zusammenbrechende Staaten in Afrika, Südamerika oder dem Ostblock seit 1990, Auflösung dortiger Polizei und Geheimdienste, die sich mangels alternativer Jobs der Kriminalität zuwenden) oder auch deren Schwächung (Verdrängung der japanischen Yakuza aus dem Glücksspielgeschäft durch legale Unternehmen). Zudem gibt es viele interessante Erkenntnisse darüber, wie sich beispielsweise auch die Globalisierung und verschiedene technische Entwicklungen in den letzten 20 Jahren als Katalysator für die organisierte Kriminalität erwiesen haben.

Beängstigend finde ich: “Ehrliche” Unternehmer kommen im Buch keine vor. Dagegen sieht man, wie sehr sich alle kriminellen so gut sie können als “saubere, ehrliche Unternehmer” tarnen. Diese Trennlinie zu schärfen, gehört wohl auch zu unseren Aufgaben.

Man merkt dem Buch jedoch an, dass der Autor Journalist ist und kein Wissenschaftler. Präzise Daten und Fakten fehlen oft und werden durch Anekdoten ersetzt. Das macht das Buch gut lesbar, aber lässt oft auch
wichtige Fragen offen und dem Leser viel Raum, eigene Schlüsse zu ziehen. Dennoch alles in allem ein sehr aufschlussreiches und empfehlenswertes Buch.

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Hier auch ein spannendes Video von Misha Glenny zum Thema:

Rich Dad, Poor Dad von Robert T. Kiyosaki

Letzte Woche hat mir ein Startup-Gründer erzählt, dass ihn dieses Buch maßgeblich beeinflusst hat. Ich kann das gut verstehen. Ich habe dieses Buch im Jahr 2005 in einem Buchladen in Kanada entdeckt. Kiyosaki schildert am Beispiel seines eigenen Unternehmerlebens, wie er finanzielle Unabhängigkeit dadurch erreicht hat, dass er in echte Assets investiert hat. Kiyosaki räumt dabei mit vielen – nicht nur den USA verbreiteten – Irrtümern auf. Zum Beispiel, dass das eigene Haus im Regelfall kein Asset, sondern eine Verbindlichkeit darstellt (wie wahr das ist, sollte sich ja später 2009 rausstellen). Und er erklärt ganz generell warum es sinnvoll ist Assets zu aufzubauen und zu erwerben: Unternehmensanteile, Immobilien, Rechte und so weiter.

Später habe ich gelernt dass Kioyosaki in den USA sehr bekannt und auch nicht unumstritten ist. Kritisiert wird z.B. dass er später zugegeben hat, dass der Rich Dad im Buch gar nicht wirklich existiert hat, sondern ein fiktiver Charakter ist. Mich stört das nicht.

Für Kiyosaki ist es ein Bedürfnis, den Menschen den richtigen Umgang mit Geld nahe zu bringen, und das kommt glaubwürdig rüber. Er sagt an einer Stelle des Buches, dass wir in der Schule alles lernen, nur das nicht. Und das stimmt.

Für potentielle Unternehmer schult Buch den Blick auf das Wesentliche: Wie schaffe ich Werte?

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Hier ein kleines Video mit Robert T. Kiyosaki

Second Bounce of the Ball von Ronald Cohen

Als Gründer von Apax, des größten europäischen Private Equity Fonds, verfügt Sir Ronald Cohen über einen der größten Erfahrungsschätze im Bereich Venture Capital und er schafft es, seine Gedanken in diesem sehr lesenswerten Buch packend zu vermitteln. Cohen beschreibt sowohl seine eigene Erfahrung als Unternehmer – denn auch Apax war nicht von vornherein zum Erfolg verdonnert – als auch als Investor. Und gerade dieser laufende Perspektivenwechsel macht die Lektüre sehr spannend und seine Aussagen so fundiert.

Natürlich hat auch Cohen nicht das Erfolgsrezept für Gründer parat, bei dessen haargenauer Befolgung der Exit in Millionenhöhe quasi garantiert ist, aber er beschreibt die Zutaten, die die Wahrscheinlichkeit eines Erfolges größer werden lassen. Und so wie es für einen Koch leichter ist, aus guten Zutaten ein leckeres Menü zu zaubern als aus schlechten, sind Cohens Erfolgsfaktoren für Gründer wie für Investoren eine wertvolle Inspirationsquelle für das eigene Handeln.

Verständlicherweise bleibt es bei einem hohen Abstraktionsgrad nicht aus, dass manche Aussagen Cohens ins platitüdenhafte abdriften, ja bewusst pointiert vieles sogar zu schlagkräftigen Aussagen, wie man sie in einem Hollywood-Film über das Private-Equity-Business hören würde, und spendiert diesen jeweils ein ganze Seite. Das schöne daran, Aussagen wie „The secret of lucky entrepreneurs ist the will to turn every setback to advantage“ „Investors back jockeys not horses“ oder „You don’t want to discover you need more runway just when you are picking up speed“ bleiben dank ihrer Bildhaftigkeit einfach hängen. Cohen liefert natürlich auch Beispiele, aber m.E. liegt der große Wert des Buches darin, das gerade solche Leitsätze in schwierigen Entscheidungssituationen schnell wieder abrufbar sind und so das Denken in eine erfolgsversprechende Richtung lenken können.

Auch die letzten Kapitel, bei denen es um Moral und soziales Engagement geht, sind längst nicht so flach wie das übliche CRS-Geseiere, am Ende der neueren Management-Literatur. Sein Credo „lieber Wohlstand schaffen als Wohlstand verteilen“ hat dazu geführt, dass er einen der ersten Social Entrepreneurship Fonds aufgelegt hat, der den Investoren immer noch eine prima Rendite beschert, aber dennoch Menschen, die sonst durch das typische VC- und Banken-Raster fallen, die Chance zum Unternehmertum ermöglicht hat. Für mich ein sehr spannender und nachahmenswerter Ansatz.

Mein Fazit: Eins der besten Bücher über Unternehmertum, das ich bisher gelesen habe.

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Mastering the Rockefeller Habits von Verne Harnish

Ein sehr praxisorientiertes Buch mit Check- und Todolisten, welche einem helfen das eigene Unternehmen schneller wachsen zu lassen.

Verne Harnish ist ein sehr sympathischer Amerikaner der nicht nur gut präsentieren und verkaufen kann (ein Treffen mit ihm in Barcelona hat mich veranlasst sofort dieses Buch zu lesen), sondern es auch schafft dieses Fähigkeiten gut zu vermitteln. Harnish hat sich mit seiner Firma (http://www.gazelles.com) auf die Beratung von mittelständischen Firmen spezialisiert. Inzwischen nutzen weltweit über 20.000 Firmen die von ihm entwickelten Strategien.

In seinem Buch betrachtet Harnish die erfolgreichen Strategien von John D. Rockefeller (Mitgründer von Standard Oil im Jahr 1870). Das ist natürlich typisch amerikanisch Geschreibe, aber die Inhalte sind deshalb nicht uninteressant. Sie werden klar formuliert und komprimiert vermittelt. Das ganze Buch ist sehr auf die praktische Anwendung ausgelegt. Jedes der 10 Kapitel hat ein ca. halbseitiges Executive Summary, welches zusammenfasst was auf den folgenden Seiten folgen wird, begleitet von Checklisten und Beispielplänen.

3 wichtige Herangehensweisen werden herausgearbeitet:

  • Priorities: Ziele und Werte einer Firma langfristig zu definieren, 5 Quartalsprioritäten und ein übergeordnetes Ziel definieren („Top 5 and Top 1 of 5“).
  • Data: Messbare Hauptindikatoren finden und diese laufen überwachen („Smart Numbers“), Wichtigkeit von kurzfristigen kritischen Indikatoren die einem idealweise einen Überblick gebe wie die letzte Zeiteinheit (Tag / Woche) gelaufen ist („Critical Numbers“).
  • Rhythm: Umsetzung einer neuen Meetingkultur um in einer Firma die höchstmögliche Effizienz (Ausrichtung, Kommunikation, Reporting) und zu erreichen.

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Verne Harnish erklärt die Rockefeller Habits:

next practice – Erfolgreiches Management von Instabilität von Peter Kruse

Peter Kruse, seines Zeichens Psychologe und Komplexitätsforscher hat, mit „next practise – Erfolgreiches Management von Instabilität“ ein Buch vorgelegt, dass trotz einer recht apodiktischen Schreibweise Spaß macht zu lesen. Kernthese ist, dass eine Veränderung einer Organisation nur durch ein gezieltes Schaffen von Instabilität zu erreichen ist.

Gerade erfolgreiche Unternehmen stellen ihre starke Firmenkultur als eine der wichtigsten Erfolgsfaktoren heraus, übersehen aber gern, dass gerade ihr diese in einer veränderten Umwelt leicht zum Verhängnis werden kann, da sie die Verhaltensweisen einer Organisation stark stabilisiert und damit resistent gegenüber notwendigen Veränderungen macht. Um einen gewünschten Umbruch herbeizuführen, muss das Management daher gezielt für Instabilitäten sorgen, sei es z.B. durch Job Rotation, Austausch von Mitarbeitern oder gezielte Regelbrüche – und dass möglichst bevor ein Wandel durch äußeren Druck, sprich in echten Krisenzeiten, überlebensnotwendig wird.

Das geschieht aber nur selten, denn jede Instabilität geht naturgemäß mit einer mehr oder weniger großen Unsicherheit einher, und die meisten Manager scheuen sich daher, proaktiv solche Veränderungsprozesse anzustoßen, zumal Mitarbeiter auf Instabilität gerne mit Unmut reagieren – gerade in Erfolgszeiten. Kruse beschreibt einige Möglichkeiten, Stabilität und Instabilität auszubalancieren und den Erfolg der Veränderungsmaßnahmen zu tracken.

Konkret beschreibt er im zweiten Teil des Buches anhand eines Fallbeispiels Werkzeuge, die er als Unternehmensberater entwickelt hat. Mein Eindruck ist, dass diese Werkzeuge vor allem für den Einsatz in Großorganisationen bestimmt sind, aber m.E. sind die Ideen vom Grundsatz her auch auf kleinere und mittlere Betriebe übertragbar.

Insgesamt ist das Buch eher deutsch als amerikanisch, also etwas wissenschaftslastiger als unterhaltsam geschrieben, und so beginnt das Buch auch mit der Theorie dynamischer Systeme und kommt erst später zu praktischen Anwendungsfällen. Zum Glück hat Kruse die wichtigsten Botschaften sehr gut herausgestellt, so dass man sich immer dort in die Details vertiefen kann, wo das eigene Interesse liegt. Immer wieder gibt es aber auch Passagen zum Schmunzeln, so z.B. bei den „10 goldenen Stabilitätsregeln“.

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Hierzu übrigens auch ein sehr schönes YouTube-Video:

Predictably Irrational von Dan Ariely

Predictably Irrational ist ein weiteres Buch aus der Behavioral-Economics-Ecke, die das Fundament der traditionellen Ökonomie – den Homo Oeconomicus – anfechtet. Mit seinen empirischen Studien zeigt Dan Ariely auf, dass wir uns längst nicht so rational verhalten wie Ökonomen es immer unterstellen und wie gern wir es gerne hätten. Er geht sogar einen Schritt weiter und behauptet, dass wir uns teilweise sogar systematisch und vorhersagbar irrational verhalten. In meinen Augen trifft die Vorhersagbarkeit auf die begrenzten Versuchsanordnungen seiner Experimente zu, aber löst man sich vom streng rationalem Leitbild und bezieht die psychologische Dimension in unsere Entscheidungsfindung mit ein, so meine ich, dass die potentiellen Einflussfaktoren derartig vielfältig sind, dass eine Prognose nahezu unmöglich wird. Das ist nicht weiter schlimm, denn fast alle Sozialwissenschaften haben sich damit abgefunden und lediglich der Nimbus der streng formalen Wirtschaftswissenschaft erleidet Schaden.

Das Buch liest sich sehr unterhaltsam und erklärt z.B., welchen Einfluss soziale Normen haben (warum schenken wir einem Gastgeber Wein oder Blumen statt ihm einen entsprechende Betrag Bares in die Hand zu drücken, obwohl wir nicht wissen, ob er unseren Wein denn wirklich schätzt), warum Placebos wirken (und zwar desto besser, je teurer sie sind), warum uns unsere Besitztümer häufig so viel wertvoller erscheinen als potentiellen Käufern oder warum Angestellte ohne jedes schlechtes Gewissen Büromaterialen mitgehen lassen, aber die Kasse nie anrühren würden. Alles in allem sehr gut geschrieben und mit viel Stoff und Anregungen zum Nachdenken. Kein Buch, dass direkte Handlungsempfehlungen in Checklistenform gibt, aber es ist sicherlich sinnvoll, nicht nur bei der Werbekommunikation über die psychologischen Einflussfaktoren von Entscheidungen nachzudenken. Und last but not least sind die häufig kontraintuitiven Ergebnisse der sehr gut beschriebenen Experimente hervorragendes Smalltalk-Futter für Business-Lunches.

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