Als Gründer von Apax, des größten europäischen Private Equity Fonds, verfügt Sir Ronald Cohen über einen der größten Erfahrungsschätze im Bereich Venture Capital und er schafft es, seine Gedanken in diesem sehr lesenswerten Buch packend zu vermitteln. Cohen beschreibt sowohl seine eigene Erfahrung als Unternehmer – denn auch Apax war nicht von vornherein zum Erfolg verdonnert – als auch als Investor. Und gerade dieser laufende Perspektivenwechsel macht die Lektüre sehr spannend und seine Aussagen so fundiert.

Natürlich hat auch Cohen nicht das Erfolgsrezept für Gründer parat, bei dessen haargenauer Befolgung der Exit in Millionenhöhe quasi garantiert ist, aber er beschreibt die Zutaten, die die Wahrscheinlichkeit eines Erfolges größer werden lassen. Und so wie es für einen Koch leichter ist, aus guten Zutaten ein leckeres Menü zu zaubern als aus schlechten, sind Cohens Erfolgsfaktoren für Gründer wie für Investoren eine wertvolle Inspirationsquelle für das eigene Handeln.

Verständlicherweise bleibt es bei einem hohen Abstraktionsgrad nicht aus, dass manche Aussagen Cohens ins platitüdenhafte abdriften, ja bewusst pointiert vieles sogar zu schlagkräftigen Aussagen, wie man sie in einem Hollywood-Film über das Private-Equity-Business hören würde, und spendiert diesen jeweils ein ganze Seite. Das schöne daran, Aussagen wie „The secret of lucky entrepreneurs ist the will to turn every setback to advantage“ „Investors back jockeys not horses“ oder „You don’t want to discover you need more runway just when you are picking up speed“ bleiben dank ihrer Bildhaftigkeit einfach hängen. Cohen liefert natürlich auch Beispiele, aber m.E. liegt der große Wert des Buches darin, das gerade solche Leitsätze in schwierigen Entscheidungssituationen schnell wieder abrufbar sind und so das Denken in eine erfolgsversprechende Richtung lenken können.

Auch die letzten Kapitel, bei denen es um Moral und soziales Engagement geht, sind längst nicht so flach wie das übliche CRS-Geseiere, am Ende der neueren Management-Literatur. Sein Credo „lieber Wohlstand schaffen als Wohlstand verteilen“ hat dazu geführt, dass er einen der ersten Social Entrepreneurship Fonds aufgelegt hat, der den Investoren immer noch eine prima Rendite beschert, aber dennoch Menschen, die sonst durch das typische VC- und Banken-Raster fallen, die Chance zum Unternehmertum ermöglicht hat. Für mich ein sehr spannender und nachahmenswerter Ansatz.

Mein Fazit: Eins der besten Bücher über Unternehmertum, das ich bisher gelesen habe.

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