Organisiertes Verbrechen gibt es überall und sein Einfluss auf Gesellschaft und Politik ist groß. Das weiß man – aber wie groß genau? Das kann das Buch auch nicht sagen. Sehr interessant ist es dennoch. Was das Buch gut kann, ist die Zusammenstellung einer eindrucksvollen Sammlung von Anekdoten und aus Interviews gesammelten Fakten. Darin besteht wohl die größte Leistung des Autoren, das Vertrauen vieler Akteure des
kriminellen Geschehens gewonnen und so oft einen ziemlich authentische Informationen bekommen zu haben.

Er beschreibt auch sehr schlüssig die Ursachen für das Erstarken von kriminellen Systemen (nicht funktionierende/zusammenbrechende Staaten in Afrika, Südamerika oder dem Ostblock seit 1990, Auflösung dortiger Polizei und Geheimdienste, die sich mangels alternativer Jobs der Kriminalität zuwenden) oder auch deren Schwächung (Verdrängung der japanischen Yakuza aus dem Glücksspielgeschäft durch legale Unternehmen). Zudem gibt es viele interessante Erkenntnisse darüber, wie sich beispielsweise auch die Globalisierung und verschiedene technische Entwicklungen in den letzten 20 Jahren als Katalysator für die organisierte Kriminalität erwiesen haben.

Beängstigend finde ich: “Ehrliche” Unternehmer kommen im Buch keine vor. Dagegen sieht man, wie sehr sich alle kriminellen so gut sie können als “saubere, ehrliche Unternehmer” tarnen. Diese Trennlinie zu schärfen, gehört wohl auch zu unseren Aufgaben.

Man merkt dem Buch jedoch an, dass der Autor Journalist ist und kein Wissenschaftler. Präzise Daten und Fakten fehlen oft und werden durch Anekdoten ersetzt. Das macht das Buch gut lesbar, aber lässt oft auch
wichtige Fragen offen und dem Leser viel Raum, eigene Schlüsse zu ziehen. Dennoch alles in allem ein sehr aufschlussreiches und empfehlenswertes Buch.

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Hier auch ein spannendes Video von Misha Glenny zum Thema: