Eigentlich lese ich mittlerweile ja fast ausschließlich eBooks, aber dieses Buch ist einfach fürs Papier gemacht. Ich würde meinen, es ist das erste Wirtschafts-Coffee-Table-Buch der Welt. Wunderschön gestaltet, mit vielen Illustrationen und einen tollen Layout, macht es einen Riesenspaß, darin zu schmökern – auch Laien.

Doch auch inhaltlich ist das Buch sehr überzeugend. Basis ist die sogenannte Business Model Leinwand (Canvas), die ein Business Model in 9 Basiskomponenten zerlegt (Customer Segments, Value Proposition, Customer Relations, Channels, Revenue Streams, Key Activities, Key Resources, Key Partnerships, Cost Structure) und diese Komponenten auch graphisch gut zueinander positioniert. Dadurch lässt sich ein Business Model sehr schön schrittweise entwickeln und überarbeiten, gerade auch in Teams.

Das ganze Buch dreht sich um diese Business Model Leinwand. Zunächst werde typische, generische Muster für Business Modelle, wie z.B. das Freemium Modell, erläutert und auf der Business Model Leinwand dargestellt. Der Leser bekommt so ein gutes Basisverständnis für verschiedene Arten von Business Modellen, wobei der Fokus im Buch auf den neueren, meist internetbasierten Business Modellen liegt, bei denen sich Laien häufig nicht auf den ersten Blick erschließt, wie ein Unternehmen Geld verdient.

Anschließend wird aufgezeigt, wie man neue Geschäftsmodelle designen kann, angefangen von Customer Insights, Kreativitätstechniken, Prototyping bis zur Szenariotechnik. Auch wenn die meisten Techniken bekannt sind, sofern man sich generell für Entrepreneurship interessiert, sind sie a) sehr übersichtlich und dabei kurz und knapp dargestellt und b) sehr schön mit der Business Model Canvas integriert.

Im Bereich „Strategy“ erfährt der Leser viel über die Bewertung und Weiterentwicklung/Fine Tuning von Business Modellen. Das ist nicht nur für (potentielle) Gründer relevant, sondern vor allem auch für Investoren. Auch hier werden bekannte Modelle, wie z.B. die SWOT-Analyse oder die Blue Ocean Stratgie in Bezug auf die Business Model Leinwand gesetzt. Ich war überrascht, wie gut die Business-Modell-Leinwand für die Darstellung geeignet ist. Allerdings ist dies auch kein echtes Wunder, denn neben den Autoren haben über 450 Praktiker und Business-Modell-Enthusiasten an diesem Buch mitgewirkt, inhaltlich wie finanziell. Durch diesen offenen Schaffungsprozess des Buches ist der Fokus extrem praxisorientiert, was der Anwendung und der Alltagstauglichkeit sehr zugute kommt.

Neben all der Technik vertreten die Autoren vor allem eine konsequente Design-Sicht. Das Buch geht also weniger darum, wie man das beste Business Model auswählt (Ökonomen-Sicht), sondern wie man das beste Business Modell findet (Design-Sicht). Da sich gerade für Wirtschaftsleute die Designwelt nicht so leicht erschließt, ist dieses Buch eine schöne Brücke – und allemal eine Freude zu lesen.

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