Buchempfehlung

Rich Dad, Poor Dad von Robert T. Kiyosaki

Letzte Woche hat mir ein Startup-Gründer erzählt, dass ihn dieses Buch maßgeblich beeinflusst hat. Ich kann das gut verstehen. Ich habe dieses Buch im Jahr 2005 in einem Buchladen in Kanada entdeckt. Kiyosaki schildert am Beispiel seines eigenen Unternehmerlebens, wie er finanzielle Unabhängigkeit dadurch erreicht hat, dass er in echte Assets investiert hat. Kiyosaki räumt dabei mit vielen – nicht nur den USA verbreiteten – Irrtümern auf. Zum Beispiel, dass das eigene Haus im Regelfall kein Asset, sondern eine Verbindlichkeit darstellt (wie wahr das ist, sollte sich ja später 2009 rausstellen). Und er erklärt ganz generell warum es sinnvoll ist Assets zu aufzubauen und zu erwerben: Unternehmensanteile, Immobilien, Rechte und so weiter.

Später habe ich gelernt dass Kioyosaki in den USA sehr bekannt und auch nicht unumstritten ist. Kritisiert wird z.B. dass er später zugegeben hat, dass der Rich Dad im Buch gar nicht wirklich existiert hat, sondern ein fiktiver Charakter ist. Mich stört das nicht.

Für Kiyosaki ist es ein Bedürfnis, den Menschen den richtigen Umgang mit Geld nahe zu bringen, und das kommt glaubwürdig rüber. Er sagt an einer Stelle des Buches, dass wir in der Schule alles lernen, nur das nicht. Und das stimmt.

Für potentielle Unternehmer schult Buch den Blick auf das Wesentliche: Wie schaffe ich Werte?

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Hier ein kleines Video mit Robert T. Kiyosaki

Second Bounce of the Ball von Ronald Cohen

Als Gründer von Apax, des größten europäischen Private Equity Fonds, verfügt Sir Ronald Cohen über einen der größten Erfahrungsschätze im Bereich Venture Capital und er schafft es, seine Gedanken in diesem sehr lesenswerten Buch packend zu vermitteln. Cohen beschreibt sowohl seine eigene Erfahrung als Unternehmer – denn auch Apax war nicht von vornherein zum Erfolg verdonnert – als auch als Investor. Und gerade dieser laufende Perspektivenwechsel macht die Lektüre sehr spannend und seine Aussagen so fundiert.

Natürlich hat auch Cohen nicht das Erfolgsrezept für Gründer parat, bei dessen haargenauer Befolgung der Exit in Millionenhöhe quasi garantiert ist, aber er beschreibt die Zutaten, die die Wahrscheinlichkeit eines Erfolges größer werden lassen. Und so wie es für einen Koch leichter ist, aus guten Zutaten ein leckeres Menü zu zaubern als aus schlechten, sind Cohens Erfolgsfaktoren für Gründer wie für Investoren eine wertvolle Inspirationsquelle für das eigene Handeln.

Verständlicherweise bleibt es bei einem hohen Abstraktionsgrad nicht aus, dass manche Aussagen Cohens ins platitüdenhafte abdriften, ja bewusst pointiert vieles sogar zu schlagkräftigen Aussagen, wie man sie in einem Hollywood-Film über das Private-Equity-Business hören würde, und spendiert diesen jeweils ein ganze Seite. Das schöne daran, Aussagen wie „The secret of lucky entrepreneurs ist the will to turn every setback to advantage“ „Investors back jockeys not horses“ oder „You don’t want to discover you need more runway just when you are picking up speed“ bleiben dank ihrer Bildhaftigkeit einfach hängen. Cohen liefert natürlich auch Beispiele, aber m.E. liegt der große Wert des Buches darin, das gerade solche Leitsätze in schwierigen Entscheidungssituationen schnell wieder abrufbar sind und so das Denken in eine erfolgsversprechende Richtung lenken können.

Auch die letzten Kapitel, bei denen es um Moral und soziales Engagement geht, sind längst nicht so flach wie das übliche CRS-Geseiere, am Ende der neueren Management-Literatur. Sein Credo „lieber Wohlstand schaffen als Wohlstand verteilen“ hat dazu geführt, dass er einen der ersten Social Entrepreneurship Fonds aufgelegt hat, der den Investoren immer noch eine prima Rendite beschert, aber dennoch Menschen, die sonst durch das typische VC- und Banken-Raster fallen, die Chance zum Unternehmertum ermöglicht hat. Für mich ein sehr spannender und nachahmenswerter Ansatz.

Mein Fazit: Eins der besten Bücher über Unternehmertum, das ich bisher gelesen habe.

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Mastering the Rockefeller Habits von Verne Harnish

Ein sehr praxisorientiertes Buch mit Check- und Todolisten, welche einem helfen das eigene Unternehmen schneller wachsen zu lassen.

Verne Harnish ist ein sehr sympathischer Amerikaner der nicht nur gut präsentieren und verkaufen kann (ein Treffen mit ihm in Barcelona hat mich veranlasst sofort dieses Buch zu lesen), sondern es auch schafft dieses Fähigkeiten gut zu vermitteln. Harnish hat sich mit seiner Firma (http://www.gazelles.com) auf die Beratung von mittelständischen Firmen spezialisiert. Inzwischen nutzen weltweit über 20.000 Firmen die von ihm entwickelten Strategien.

In seinem Buch betrachtet Harnish die erfolgreichen Strategien von John D. Rockefeller (Mitgründer von Standard Oil im Jahr 1870). Das ist natürlich typisch amerikanisch Geschreibe, aber die Inhalte sind deshalb nicht uninteressant. Sie werden klar formuliert und komprimiert vermittelt. Das ganze Buch ist sehr auf die praktische Anwendung ausgelegt. Jedes der 10 Kapitel hat ein ca. halbseitiges Executive Summary, welches zusammenfasst was auf den folgenden Seiten folgen wird, begleitet von Checklisten und Beispielplänen.

3 wichtige Herangehensweisen werden herausgearbeitet:

  • Priorities: Ziele und Werte einer Firma langfristig zu definieren, 5 Quartalsprioritäten und ein übergeordnetes Ziel definieren („Top 5 and Top 1 of 5“).
  • Data: Messbare Hauptindikatoren finden und diese laufen überwachen („Smart Numbers“), Wichtigkeit von kurzfristigen kritischen Indikatoren die einem idealweise einen Überblick gebe wie die letzte Zeiteinheit (Tag / Woche) gelaufen ist („Critical Numbers“).
  • Rhythm: Umsetzung einer neuen Meetingkultur um in einer Firma die höchstmögliche Effizienz (Ausrichtung, Kommunikation, Reporting) und zu erreichen.

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Verne Harnish erklärt die Rockefeller Habits:

next practice – Erfolgreiches Management von Instabilität von Peter Kruse

Peter Kruse, seines Zeichens Psychologe und Komplexitätsforscher hat, mit „next practise – Erfolgreiches Management von Instabilität“ ein Buch vorgelegt, dass trotz einer recht apodiktischen Schreibweise Spaß macht zu lesen. Kernthese ist, dass eine Veränderung einer Organisation nur durch ein gezieltes Schaffen von Instabilität zu erreichen ist.

Gerade erfolgreiche Unternehmen stellen ihre starke Firmenkultur als eine der wichtigsten Erfolgsfaktoren heraus, übersehen aber gern, dass gerade ihr diese in einer veränderten Umwelt leicht zum Verhängnis werden kann, da sie die Verhaltensweisen einer Organisation stark stabilisiert und damit resistent gegenüber notwendigen Veränderungen macht. Um einen gewünschten Umbruch herbeizuführen, muss das Management daher gezielt für Instabilitäten sorgen, sei es z.B. durch Job Rotation, Austausch von Mitarbeitern oder gezielte Regelbrüche – und dass möglichst bevor ein Wandel durch äußeren Druck, sprich in echten Krisenzeiten, überlebensnotwendig wird.

Das geschieht aber nur selten, denn jede Instabilität geht naturgemäß mit einer mehr oder weniger großen Unsicherheit einher, und die meisten Manager scheuen sich daher, proaktiv solche Veränderungsprozesse anzustoßen, zumal Mitarbeiter auf Instabilität gerne mit Unmut reagieren – gerade in Erfolgszeiten. Kruse beschreibt einige Möglichkeiten, Stabilität und Instabilität auszubalancieren und den Erfolg der Veränderungsmaßnahmen zu tracken.

Konkret beschreibt er im zweiten Teil des Buches anhand eines Fallbeispiels Werkzeuge, die er als Unternehmensberater entwickelt hat. Mein Eindruck ist, dass diese Werkzeuge vor allem für den Einsatz in Großorganisationen bestimmt sind, aber m.E. sind die Ideen vom Grundsatz her auch auf kleinere und mittlere Betriebe übertragbar.

Insgesamt ist das Buch eher deutsch als amerikanisch, also etwas wissenschaftslastiger als unterhaltsam geschrieben, und so beginnt das Buch auch mit der Theorie dynamischer Systeme und kommt erst später zu praktischen Anwendungsfällen. Zum Glück hat Kruse die wichtigsten Botschaften sehr gut herausgestellt, so dass man sich immer dort in die Details vertiefen kann, wo das eigene Interesse liegt. Immer wieder gibt es aber auch Passagen zum Schmunzeln, so z.B. bei den „10 goldenen Stabilitätsregeln“.

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Hierzu übrigens auch ein sehr schönes YouTube-Video:

Predictably Irrational von Dan Ariely

Predictably Irrational ist ein weiteres Buch aus der Behavioral-Economics-Ecke, die das Fundament der traditionellen Ökonomie – den Homo Oeconomicus – anfechtet. Mit seinen empirischen Studien zeigt Dan Ariely auf, dass wir uns längst nicht so rational verhalten wie Ökonomen es immer unterstellen und wie gern wir es gerne hätten. Er geht sogar einen Schritt weiter und behauptet, dass wir uns teilweise sogar systematisch und vorhersagbar irrational verhalten. In meinen Augen trifft die Vorhersagbarkeit auf die begrenzten Versuchsanordnungen seiner Experimente zu, aber löst man sich vom streng rationalem Leitbild und bezieht die psychologische Dimension in unsere Entscheidungsfindung mit ein, so meine ich, dass die potentiellen Einflussfaktoren derartig vielfältig sind, dass eine Prognose nahezu unmöglich wird. Das ist nicht weiter schlimm, denn fast alle Sozialwissenschaften haben sich damit abgefunden und lediglich der Nimbus der streng formalen Wirtschaftswissenschaft erleidet Schaden.

Das Buch liest sich sehr unterhaltsam und erklärt z.B., welchen Einfluss soziale Normen haben (warum schenken wir einem Gastgeber Wein oder Blumen statt ihm einen entsprechende Betrag Bares in die Hand zu drücken, obwohl wir nicht wissen, ob er unseren Wein denn wirklich schätzt), warum Placebos wirken (und zwar desto besser, je teurer sie sind), warum uns unsere Besitztümer häufig so viel wertvoller erscheinen als potentiellen Käufern oder warum Angestellte ohne jedes schlechtes Gewissen Büromaterialen mitgehen lassen, aber die Kasse nie anrühren würden. Alles in allem sehr gut geschrieben und mit viel Stoff und Anregungen zum Nachdenken. Kein Buch, dass direkte Handlungsempfehlungen in Checklistenform gibt, aber es ist sicherlich sinnvoll, nicht nur bei der Werbekommunikation über die psychologischen Einflussfaktoren von Entscheidungen nachzudenken. Und last but not least sind die häufig kontraintuitiven Ergebnisse der sehr gut beschriebenen Experimente hervorragendes Smalltalk-Futter für Business-Lunches.

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Arm und Reich: Die Schicksale menschlicher Gesellschaften von Jared Diamond

 

Zugegeben, kein klassisches Business-Buch und auch sicher nicht nur für
Unternehmer geeignet. Dennoch ist es eines meiner Lieblingsbücher, aus dem
sich auch Erkenntnisse für das Business ableiten lassen. Jared Diamond ist
ein amerikanischer Professor und Wissenschaftler, der eine herausragende
Fähigkeit mitbringt, auch wissenschaftlichen Laien komplexe Themen
verständlich zu erklären.
In diesem Buch erklärt er wissenschaftlich fundiert, warum in der jüngeren
Geschichte verschiedene menschliche Gesellschaften sich unterschiedlich
schnell weiter entwickelt haben. Beispielsweise beweist er, dass die ersten
Hochkulturen im nahen Osten sehr stark davon profitiert haben, dass es dort
ertragreiche Getreidesorten und verschiedene domestizierbare Säugetierarten
gab. Beides fehlt beispielsweise in Australien komplett.
Das Buch hilft gegen Rassismus und für ein besseres Verständnis, wie die
Welt funktioniert. Das kann, wie ich finde, auch Unternehmern nie schaden.

Spannend und für Laien verständlich geschrieben, erkenntnisreich – alles in
allem sehr empfehlenswert, wenn auch nicht direkt Business-relevant.

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Das Geheimnis erfolgreicher Firmen von Michael E. Gerber

Das Buch ist eines von wenigen, die klar die Unterschiede zwischen einem Manager, einem Selbständigen und einem Unternehmer ansprechen. Was haben die verschiedenen Gruppen für Wünsche und welche Veranlagungen sollten sie mitbringen. Sich darüber klar zu werden kann man wirklich jedem empfehlen der darüber nachdenkt sich selbständig zu machen oder eine Firma zu gründen.

Eine andere spannende Herangehensweise von Gerber ist es, die Firma so zu skizieren wie sie einmal in ein paar Jahren aussehen soll. D.h. welche Positionen, Verantwortlichkeiten und Aufgabengebiete gibt es. Das man am Anfang als One-Man-Show alle Positionen im Organigramm selbst annimmt, klingt zwar sehr amerikanisch, ist für die Praxis und die Planung aber sinnvoll. Denn ein Kredo von Gerber ist es, das man als Unternehmer an seiner Firma und nicht für seine Firma arbeiten soll.

Gerber erklärt beispielhaft, dass man seine Firma wie einen Prototyp für ein Franchise aufbauen soll. Damit meint er nicht, dass man aus jedem Unternehmen ein Franchise machen muss, es erleichtert nur die Sichtweise und verschärft den Fokus auf das wesentliche.

Ein typisch amerikanisches Buch, was für einen deutschen Leser sicherlich hier und da durch zu viel Überschwänglichkeit über das Ziel hinausschießt. Aber nichts desto trotz – und das gelingt Gerber wirklich gut – hat man anschließend die Kernaussagen verinnerlicht.

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Der Flowtex-Skandal von Meinrad Heck

Wie Politik und Fiskus jahrelang von einem gigantischen Wirtschaftsbetrug profitierten – Unglaublich fesselnd, wie Meinrad Heck die Hintergründe des schwersten Falls von Wirtschaftskriminalität in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland aufdeckt. Wer das liest, lernt als Unternehmer, dass nicht immer alles stimmt, was in fremden Bilanzen steht. Man bekommt eine Ahnung davon, wie korrupt es im Musterländle in diesem Fall zuging. Der Leser sitzt praktisch mit am Tisch, wenn „Big Manni“ mit der Politik und dem Fiskus vor und nach Aufnahme der Ermittlungen „kooperiert“.

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Neurofinance von Elger und Schwarz

Das Buch erklärt anschaulich und unterhaltsam, wie Marketingfachleute aus der Finanzbranche Schwachstellen in der menschlichen Psyche ausnutzen. Erschreckender Weise ist der Mensch viel zu häufig emotional als rational, wenn es um finanzielle Entscheidungen geht. Man erkennt sich selbst und wie man den Versprechungen immer wieder aufgesessen ist. Einige Erkenntnisse aus dem Buch kann man auch transferieren und bringen einen dadurch auch unternehmerisch weiter. Warum verschwenden wir z.B. zu viel Zeit für kleine Probleme (Investitionen) und im Verhältnis zu wenig Zeit auf große Probleme (Investitionen)? Das Buch greift zur Veranschaulichung auf viele bekannte psychologische Experimente zurück, was den Lesespaß nicht mindert.

Wer ein wissenschaftliches Buch erwartet, welches die eigenen schon vorhandenen Grundlagen der Psychologie vertiefen soll wird von diesem Buch sicherlich enttäuscht. Dieses Buch bietet aber einen sehr interessanten Einstieg in das Thema Finanzpsychologie. Durch dieses Buch wird man selbstkritischer und betrachtet Renditeversprechen etwas differenzierter. Das Buch kann man entspannt an einem Sonntag durchlesen, die Zeit ist sinnvoll investiert.

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